Anforderungen an die Fassade
Für die Funktion der Fassade sind zwei Anforderungen maßgebend:
- Wetterschutz: Schutz der hinter der Fassade liegenden Konstruktion vor Niederschlägen, Sonne und Wind
- Bildung der optischen Gestalt des Gebäudes nach den Wünschen des Bauherrn und nach den Anforderungen der Bausatzungen.
Hinzu kommen ggf. Anforderungen an den baulichen Brandschutz und Schallschutz. Wirtschaftliche Aspekte sowie Wartung und Pflege sind ebenfalls von Bedeutung. Die Rohbaukonstruktion grenzt die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Fassadenart keinesfalls ein. Vielmehr können die verschiedenen Rohbaukonstruktionen mit unterschiedlichen Fassadenarten kombiniert werden.
Kombination von Fassaden- und Rohbaukonstruktion

|
Außenputz
Der Außenputz muss wetter-, frost- und temperatur-beständig, farbecht, gut haftend, ausreichend stoßfest, risse- und ausblühungsfrei sein. Eigenschaften und Vorbehandlung des Putzgrundes sind wesentlich für die Haftung (s.a. Putzschäden). Der Putzgrund muss sauber, staubfrei und rauh sein. Putzprofile dienen als Putzhilfe und Verstärkung an Ecken und Kanten.
|
Der Putzaufbau erfolgt im Allgemeinen in 3 Lagen:
- Spritzbewurf als Ausgleich von zu schwacher, zu starker oder unterschiedlicher Saugkraft des Putzgrundes
- Unterputz als tragende Schicht (dickste Lage)
- Oberputz als sichtbare Putzlage, die Struktur, Farbe und ästhetische Wirkung der Putzfläche bestimmt. Die Oberflächengestaltung erfolgt durch die Putzweise: Kellenputz, Spritzputz, Kratzputz, Reibeputz usw. Der Oberputz ist die Grundlage für Farbanstriche. Als Edelputz ist er bereits durchgefärbt. Putzarten: Mineralputze, Silikatputze, Kunstharzputze, Silikonharzputze, Edelputze, ferner Dämmputze und Wärmedämmverbundsysteme, z.T. als Maschinenputz
Außenanstriche und -beschichtungen
Außenanstriche und -beschichtungen dienen der farblichen Gestaltung, aber auch dem Schutz und der Erhaltung des Gebäudes. Sie prägen den Charakter des Hauses und sollten sich bezüglich der Farbgebung an die Nachbargebäude anpassen. Fenster, Türen, Regenfallrohre, Gesimse, Balkonbrüstungen usw. sollten in die Farbgestaltung einbezogen werden. Außenanstriche müssen beständig sein gegen Wasser und Feuchtigkeit, Korrosion, Fäulnis, Insektenbefall, UV-Strahlung, Lichteinwirkung, Verschmutzung, Umwelteinflüsse und mechanische Beanspruchung (Kratzen, Stoßen usw.). Art und Beschaffenheit des Untergrunds und seine richtige Vorbehandlung bestimmen die Wahl des Anstrichmittels und des Anstrichaufbaus (Grundanstriche, Zwischenanstriche, Schlussanstriche). Unterschieden werden Anstriche auf: Putzgrund → Anstriche auf Putzgrund, Ziegelmauerwerk → Anstriche auf Ziegelmauerwerk, Kalksandstein → Anstriche auf Kalksandstein, Beton → Anstriche auf Beton, Porenbeton → Anstriche auf Porenbeton, Faserzement → Anstriche auf Faserzement , Holz und Holzwerkstoff → Anstriche auf Holz und Holzwerkstoff, Metall → Anstriche auf Metall, Kunststoff → Anstriche auf Kunststoff. Spezielle organische bzw. silikonharzgebundene Farb- und Putzsysteme können Algen- und/oder Pilzbefall nachhaltig verzögern. Verwenden Sie nach Möglichkeit schadstoffarme Werkstoffe und umweltfreundliche Arbeitstechniken! Werk- und Hilfsstoffreste müssen umweltgerecht entsorgt werden!
|
|
Holzschutz
Unter Holzschutz versteht man alle Maßnahmen, die geeignet sind, die natürlichen Eigenschaften des Holzes oder auch von Holzwerkstoffen zu verbessern. Dieses bezieht sich auf das Feuchteaufnahme- und -abgabeverhalten, auf eine mögliche Schädigung durch Insekten oder Pilze und auf den Schutz vor UV-Strahlung. Holzkonstruktionen haben dann eine lange Lebensdauer, wenn sie so ausgeführt werden, dass durch Feuchtigkeit kein Schaden entstehen kann.
|
Das bedeutet:
Niederschläge sollten durch die Fassade abgeführt werden, z.B. durch einen entsprechenden Dachüberstand und Tropfkanten.
Spritzwasser kann durch einen Kiesstreifen um das Gebäude vom Sockel fern gehalten werden. Auskragende Bauteile sind abzudecken.
Aufsteigende Bodenfeuchte wird über eine Feuchtesperre oberhalb der Sohlplatte verhindert.
Das
Einströmen feuchtwarmer Raumluft in die Konstruktion wird durch eine
funktionierende Luftdichtung vermieden (Prüfung durch
Blower-Door-Test).
Diffusionsoffene Bauteile lassen unplanmäßige Feuchte schnell wieder austrocknen
Grundsätzlich ist der Einsatz von trockenem Holz vorgeschrieben. Der Fachhandel hält technisch getrocknetes Konstruktionsvollholz, Brettschichtholz und Balkenschichtholz in verschiedenen Querschnitten und Längen bereit. Gegenüber den verschiedenen Einflussfaktoren sind die Holzarten unterschiedlich resistent.
Nach DIN 68800 werden 4 Gefährdungsklassen unterschieden und entsprechende chemische Holzschutz-maßnahmen empfohlen.
Chemische Holzschutzmittel bedürfen einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (Kennzeichnung auf dem Gebinde). Spezielle Verarbeitungsvorschriften sowie das Sicherheitsdatenblatt sind zu beachten. Der Oberflächenschutz von Hölzern bezieht sich primär auf den Feuchteschutz, den UV-Schutz und die Absperrung der Oberfläche, um den Austritt von Holzinhaltsstoffen (Gerbsäure, Harze) zu verhindern. Zum Einsatz kommen spezielle Anstrichsysteme → Anstriche auf Holz und Holzwerkstoff für Holz und Holzwerk-stoffe und Holzveredelungsmittel.