Anforderungen an das Dach
Das Dach ist von allen Bauteilen am stärksten der Witterung und den Umwelteinflüssen ausgesetzt: Kälte, Hitze, Feuchtigkeit in Form von Wasser, Schnee und Hagel, Wind und Sturm, Erschütterungen, Staub, Ruß, Vermoosung, Ungeziefer, Feuer usw. Die Ausführung aller Arbeiten am Dach hat daher mit größter Sorgfalt durch anerkannte Fachfirmen zu erfolgen.
Für Dachdeckungsmaterial und Dachdeckungsart sind bestimmte Dachneigungen vorgeschrieben und können nur mit besonderen zusätzlichen Maßnahmen unter- bzw. überschritten werden.
Hinweis: Denken Sie auch beim Dach an den Einbruchschutz! Offen stehende Dachfenster oder auch ein paar Dachziegel, die schnell abgedeckt sind, können ggf. einem Einbrecher leicht Zugang in den Wohn-bereich des Hauses verschaffen. Der Zugang zum Dachboden muss deshalb wie eine Außentür gesichert werden, z.B. durch eine feuerhemmende oder feuerbeständige Stahltür.
Steildachkonstruktion
Bei einem geneigten Dach wird die Konstruktion vom Grundriss, der Dachform, der Dachneigung und einer evtl. Dachraumnutzung (Dachausbau) bestimmt. Üblich sind Holzkonstruktionen (Sparrendach, Pfettendach oder Kehlbalkendach) und Dachelemente. Auch Massivdächer aus großformatigen Betonfertigteilen (Porenbeton, Leichtbeton) sind möglich s.a. Dacherneuerung.
Die tragenden Holzteile sind durch Anstrich, bei neuem Holz durch Tränken mit einem amtlich zugelassenen Holzschutzmittel gegen Fäulnis (z.B. Schwamm, Bläuepilze), Insektenbefall (z.B. Hausbock) und leichte Brennbarkeit zu schützen. Das Holz muss allseitig behandelt werden, auch Rückseiten und Stirnflächen.
Flachdachkonstruktion
Flachdächer werden auf flachgeneigten Holzunterkonstruktionen oder ebenen Massivdecken ausgeführt. Man unterscheidet je nach Dachaufbau:
- belüftetes, zweischaliges Dach für Dachneigungen ab 5°. Der Belüftungszwischenraum muss mindestens 15 cm hoch sein. Man unterscheidet leichte und schwere Dächer. Leichtes Dach: die tragende Konstruktion befindet sich zwischen unterer Schale (Wärmedämmung, Dampfsperre und Deckenbekleidung) und oberer Schale (Trägerschicht für Dachabdichtung). Die Be- und Entlüftung erfolgt innerhalb der tragenden Konstruktion. Schweres Dach: die untere Schale ist zugleich die tragende Konstruktion (Massivdecke). Darauf liegt die Wärmedämmung, darüber die Stützkon-struktion für die Dachabdichtung. Die Stützkonstruktion schafft den notwendigen Belüftungraum.
- nicht belüftetes, einschaliges Dach für Dachneigungen ab 2°. Die einzelnen Schichten liegen direkt auf der tragenden Konstruktion. Die Wärmedämmung kann nachträglich ohne konstruktive Eingriffe verstärkt werden.
- nicht belüftetes, einschaliges Dach auf schweren Unterkonstruktionen. Die Abdichtung liegt unter der Wärmedämmschicht, die wasser- und frostfest, formbeständig, verrottungs- und trittfest sein muss. Auf eine Dampfsperre kann verzichtet werden.
Flachdächer sollten immer mit einem leichten Gefälle ausgestattet werden, um eine problemlose Entwässerung der Dachfläche bei Niederschlägen zu ermöglichen.
Steildachdämmung
Die Wärmedämmung der Dachschräge sorgt für behagliches Wohnen unter dem Dach. Sie verhindert eine zu starke Aufheizung im Sommer und gewährleistet eine Energie sparende und Umwelt schonende Behei-zung im Winter. Durch korrekte Anordnung und Einbau der Dämmschicht werden Temperaturbelastungen und Kondenswasserbildung vermieden.
Der Feuchtehaushalt der Konstruktion wird ggf. durch eine raumseitige Dampfsperre geregelt, die luftdicht an die Innenraumbekleidung angeschlossen wird. Damit wird sichergestellt, dass warme und feuchte Innenraumluft nicht in die Konstruktion strömen kann. Die Dimensionierung der Dämmschicht richtet sich nach den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV).
Die Anordnung der Dämmschicht erfolgt
Um die Dämmschicht vor Durchfeuchtung infolge von Wasserdampfdiffusion zu schützen, ist in vielen Fällen die Anordnung einer raumseitigen Dampfsperre erforderlich. Geeignete Dämmstoffe sind: Altpapierdämmstoffe/Zellulosefaser → Altpapierdämmstoffe, Baumwolldämmstoffe, Blähton, Flachsdämmstoffe, Hartschaum, Holzfaserdämmstoffe, Mineralfaserdämmstoffe, Polyesterfaserdämmstoffe → Polyesterdämmstoffe, Schafwolledämmstoffe, Schaumglas u.a.m.
Flachdachdämmung
Die Wärmedämmung eines Flachdachs schützt die Konstruktion vor schädlichen temperaturbedingten Spannungen, verhindert im Sommer die übermäßige Aufheizung der Räume unter der Dachdecke und ermöglicht im Winter eine Energie sparende und Umwelt schonende Beheizung.
Die Dimensionierung der Dämmschicht richtet sich nach den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die Dämmschicht kann als Gefälledämmung ausgebildet werden. Dadurch wird gleichzeitig das erforderliche Gefälle von mind. 2 % für die ordnungsgemäße Entwässerung der Dachfläche aufgebracht. Geeignete Dämmstoffe sind: Altpapierdämmstoffe/Zellulosefaser → Altpapierdämmstoffe, Baumwolldämmstoffe, Blähton, Flachsdämmstoffe, Hanfdämmstoffe, Hartschaum, Holzfaserdämmstoffe, Mineralfaserdämmstoffe, Perlite, Polyesterdämmstoffe, Schafwolledämmstoffe, Schaumglas u.a.m.
Dachdeckungen
Die Art der Dachdeckung ist abhängig von der Dachneigung. Sie muss regensicher, wetterfest und feuer-hemmend sein. Je mehr Fugen bei ihrer Verlegung entstehen, umso schneller muss das Wasser abfließen können, d.h. umso steiler muss die Dachfläche sein. Zusätzlichen Schutz gegen das Eindringen von Staub, Schnee und Schlagregen bieten Unterspannbahnen oder Unterspannplatten, eine Vordeckung oder ein Unterdach.
Bewährte Dachdeckungsmaterialien sind u.a. Bitumenschindeln, Bitumenwellplatten, Dachziegel, Dachsteine, Faserzement-Dachplatten, Faserzementwellplatten, Holzschindeln, Metalldeckungen z.B. Zinkbleche, Kupferbleche, ferner Schiefer, oder Stroh-/Reetdeckungen → Strohdeckungen.
Dachzubehör und Dachschmuck werden in Form und Farbe passend eingebunden.
Als Solar-Dachdeckung bezeichnet man z.B. sogenannte Solar-Dachziegel/-steine → Solar-Dachziegel, Solar-Schiefer-Systeme oder Solar-Metalldachdeckung → Solar-Metalldeckung.
Dachabdichtung
Die Dachabdichtung flacher Dächer besteht in der Regel aus bahnenförmigen Abdichtungsstoffen und stellt eine über die ganze Dachfläche reichende, vollständig Wasser undurchlässige Schicht dar. Sie schützt das Bauwerk gegen Niederschlagswasser und ist dicht gegen vorübergehend auf der Dachfläche stehendes Wasser. Die Dachabdichtung muss widerstandsfähig sein gegen wechselnde Temperaturen und mecha-nische Beanspruchung durch Setz- oder Dehnbewegungen und beständig sein gegen UV-Strahlung, Flugfeuer und strahlende Wärme. Sie sollte für Wartungs- und Reparaturarbeiten sicher begehbar sein. Übliche Materialien für Dachabdichtungen sind u.a. Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen, Kautschukbahnen, ggf. auch Flüssigfolien bzw. Spachteldächer mit Vlies- oder Glasgewebeeinlage.
Als Dachzubehör für An- und Abschlüsse werden spezielle Flachdachprofile und Ortgangbekleidungen aus Alu, Zink, Stahl, Faserzement, Edelstahl, Kupfer, Kunststoff, Holz, Holzwerkstoff oder Formteile aus Stahlbeton, Sichtbeton, Waschbeton, Beton- oder Naturwerkstein eingesetzt.
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1. Bekiesung
2. Dachabdichtung
3. Trägerschicht für Dachhaut
4. Querlüftung
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5. Wärmedämmung
6. Druckausgleichsschicht
7. Unterkonstruktion
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Dachentwässerung
Geneigte Dächer werden über Dachrinnen und Regenfallrohre entwässert. Eine Dachrinnenheizung verhindert das Einfrieren. Vor einer Fassadeninstandsetzung müssen Dachrinnen und Regenfallrohre überprüft werden. Dachabläufe dienen der Entwässerung von flachen Dächern. Ihr Einbau erfolgt am tiefsten Punkt der Dachfläche.
Ihre Anzahl richtet sich nach der Größe der Dachfläche. Der Anschluss der Dachentwässerung an eine Regenwassernutzungsanlage ermöglicht die Verwendung des Regenwassers, wo der Einsatz von Trink-wasser nicht erforderlich ist, z.B. bei der Gartenbewässerung. Alternativ kann auch eine Versickerung des Regenwassers auf dem eigenen Grundstück zur Reduzierung der Abwassergebühren beitragen.
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| Dachentwässerung |
Dachbelichtung
Wohnräume im ausgebauten Dachgeschoss brauchen Tageslicht. Bauaufsichtlich gefordert wird je nach Bundesland eine Fenster-Lichtfläche von 10,0 % bis 12,5 % der Grundfläche. Anzahl, Art und Größe der Lichtelemente sind auf den Lichtbedarf und die Raumtiefe abzustimmen. Da Giebelfenster meist nicht ausreichen, werden in der Regel Dachwohnraumfenster, Dachgauben oder Dacheinschnitte (Dachbalkon, Dachloggia) vorgesehen. Einfache Dachfenster genügen dagegen zur Belichtung von nicht ausgebauten Dachräumen und als Ausstiegsöffnung auf das Dach, z.B. für den Schornsteinfeger (Dachausstiege). Lichtkuppeln werden bevorzugt eingesetzt zur Belichtung von innen liegenden Räumen unter Flachdächern oder flachgeneigten Dächern.
Dachterrassen, Dachbegrünung
Die Dachterrasse erweitert die Wohnfläche, ein Dachgarten die Grünfläche. Voraussetzung ist die ausreichende Tragfähigkeit der Dachfläche. Der konstruktive Aufbau entspricht dem eines Flachdachs, wobei bezüglich der darunter liegenden Räume dem Trittschallschutz besondere Bedeutung zukommt. Dachterrassen und Dachgärten müssen eine ausreichende Absturzsicherung erhalten. Der Belag sollte für Reparaturen ohne Stemmarbeiten aufnehmbar sein.
Steildachbegrünungen sind bis zu 40° Dachneigung möglich. Spezielle Konstruktionen (Stützschwellen, Pflanzkästen, Matten, die am First befestigt werden) verhindern das Abrutschen.
Wichtige städtebauliche, ökologische und bautechnische Vorteile sprechen für Dachbegrünungen (Extensivbegrünungen, Intensivbegrünungen), denn das Fehlen von Vegetation ist eine der Ursachen für das schlechte Klima unserer Städte.
Dachbegrünungen wirken dem entgegen:
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Verdunstungskühle und Staubbindung der Pflanzen verbessern das Mikroklima.
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Niederschläge werden zurückgehalten. Das öffentliche Abwassersystem wird entlastet, der Wasser-haushalt normalisiert.
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Begrünte Dachflächen bieten einen reizvollen Anblick.
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Das Pflanzenpolster schützt die Dachabdichtung vor UV-Strahlung und verbessert den Wärme- und Schallschutz.
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