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Anforderungen an Außen- und Innenwände

 

Außenwände und Innenwände werden als tragende oder nicht tragende Wände, mit oder ohne Bekleidung, ausgeführt. Der Wandaufbau erfolgt einschalig, zwei- ­oder mehrschalig. Besonders Außenwände müssen erhöhte bauphysikalische Anforderungen erfüllen.

Außenwände schützen das Gebäude vor Witterungseinflüssen. Die Sonnenstrahlung heizt die Außenwand-flächen auf, wobei eine helle Außenwand nicht so stark erwärmt wird wie eine dunkle. Die Wärmedämmung verhindert große Temperaturschwankungen, sorgt für Behaglichkeit in den Innenräumen und eine Energie und Kosten sparende Beheizung.

Niederschläge belasten die Außenwand, vor allem auf der Wetterseite. Hier ist ein besonderer Schutz erforderlich, der jedoch die Wasserdampfdiffusion nicht behindern sollte. Andernfalls besteht die Gefahr der Durchfeuchtung der Wärmedämmung. Eine durchfeuchtete Wärmedämmung kann jedoch ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen.

Die Windbelastung betrifft vor allem die Verankerungen von Außenwandbekleidungen und die Qualität der Fenster. Beim Schallschutz sind Fenster und Türen das schwächste Bauteil, auch die Rollladenkästen und Anschlüsse an die anderen Bauteile. Für erhöhte Schallschutzmaßnahmen sollte stets ein Fachmann hinzugezogen werden. Der Sonnenschutz muss sich nach Himmelsrichtung und Sonnenstand richten.


Mauerwerkswände

Mauerwerkswände werden aus Mauersteinen mit Mauermörtel im Mauerverband zusammengefügt.

Man unterscheidet:

  1. einschaliges Mauerwerk, das in seiner gesamten Dicke tragfähig ist. Es wird entweder beidseitig verputzt oder an der Außenseite mit frostbeständigen Steinen ausgeführt. Bei Sichtmauerwerk sind Vor- und Hintermauerung homogen im Verband verzahnt, so dass der gesamte Querschnitt statisch wirksam ist. An der Außenseite sind frostbeständige Steine mit unbeschädigten, rissefreien Sichtflächen zu verwenden. Auf bündige und satte Verfugung achten!

  2. zweischaliges Mauerwerk aus einer innenliegenden tragenden Schale und einer äußeren, nicht belas­teten Wetterschale. Wärmetechnisch sind beide Schalen wirksam. Zweischaliges Mauerwerk kann mit oder ohne Luftschicht ausgeführt werden. Die Außenschale, die als Wetterschutz dient, wird in der Regel als Sichtmauerwerk (Verblendmauerwerk) hergestellt.

zweischalige-kerndaemmung

Die Mauerwerksdicke ergibt sich aus den statischen Erfordernissen, den Anforderungen an den Wärme­schutz (Energieeinsparverordnung EnEV) und an den Schallschutz nach DIN 4109. Mauerwerksbaustoffe sind: Mauerziegel, Wärmedämmziegel, Kalksandsteine, Leichtbetonsteine, Porenbetonsteine, Lehmsteine, Schalungssteine und -elemente → Schalungssteine (s. a. Stürze, Rollladenkästen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Außenwände aus Beton/Leichtbetonn

Großformatige Wandfertigteile aus Stahlbeton, Spannbeton, Leichtbeton oder Porenbeton sind besonders rationell und ermöglichen eine Zeit sparende Trockenbauweise.

Stahlbeton-Wandelemente sind in verschiedenen Betongüten, mit Stahlarmierung nach den statischen Erfordernissen, ein- ­und zweischichtig mit Wärmedämmung und in verschiedenen Ober-flächenausführungen erhältlich, z.B. Sichtbeton – je nach Schalung glatt, rau oder strukturiert – Waschbeton, oder beidseitig verputzt.

Porenbeton-Wandelemente und Leichtbeton-Wandelemente haben eine gute Wärmedämmung und ein geringes Gewicht. Betonsteine eignen sich auch als Vormauersteine.

 

Fachwerkwände

Außenwände aus modernen, industriell vorgefertigten Holzkonstruktionen können in Holzrahmenbau oder Holzmassivbau erstellt werden.

Ältere Fachwerkbauten bilden wertvolle städtebauliche Akzente und sind hervorragende Beispiele hand-werklicher Baukunst.

Unter Berücksichtigung von Denkmalschutz- und Brandschutzauflagen gibt es verschiedene Gründe für eine Fachwerksanierung:

  1. optische Mängel
  2. Schäden an der Holzkonstruktion
  3. Schäden an der Ausfachung
  4. unzureichender Wärmeschutz
  5. Zwischen den tragenden Hölzern des Fachwerks liegen die Gefache. Je nach Region sind die Gefache aus Lehm, aus verputztem oder aus unverputztem Mauerwerk. Modernisierungsmaßnahmen sollten sich auf die Beseitigung von Schäden und die Verbesserung des Wärme ­und Brandschutzes beschränken. Mögliche Maßnahmen:
  6. Lehmgefache: Putzträger erneuern und mit dampfdurchlässigem und elastischem Putz versehen. Witterungsschutz durch Kalk- bzw. Mineralfarbenanstriche.
  7. verputzte Gefache: Wärmeschutz verbessern durch eine Innendämmung.
  8. unverputzte Gefache: mit Drahtbürste reinigen (nicht sandstrahlen!).
  9. In den meisten Fällen kann wegen der Erhaltung des Gebäudecharakters eine zusätzliche Wärmedämmung nur auf der Innenseite angebracht werden. Um die Austrocknung des Fachwerks zur Innenseite nicht zu behindern und die Bildung von Kondensat innerhalb der Konstruktion zu vermeiden, ist darauf zu achten, dass Innenputz und Wandbelag extrem diffusionsoffen bleiben. Der Einsatz von Wärmedämmputzen und Kalzium-Silikat-Platten hat sich bewährt. 

Außenwanddämmung

Ausreichende Wärmedämmung der Außenwand ist die Voraussetzung für hygienische Wohnverhältnisse, ein gesundes und behagliches Raumklima und eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Beheizung des Hauses. Sie dient darüber hinaus der Vermeidung schädlicher Tauwasserbildung und der Verminderung von thermisch bedingten Bauwerksverformungen bzw. -spannungen. An vorhandenen Gebäuden kann die Qualität der Wärmedämmung durch Thermografie (Infrarot-Abtastung) gemessen werden. Die Dimensio-nierung der Dämmschicht richtet sich nach den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV).

 

Bei einschaligem Mauerwerk werden die Anforderungen an den Wärmeschutz erfüllt durch entsprechende Wanddicke, die Verwendung von hochwärmedämmenden Leichtmauersteinen, Leichtmauermörtel und die wärmebrückenfreie Vermauerung im Dünnbettverfahren. Bei Anordnung einer zusätzlichen Dämmschicht erfolgt dies in der Regel außen (Wärmedämmverbundsysteme oder hinterlüftete Fassadenbekleidungen →hinterlüftete Außenwandbekleidung), bei mehrschaligem Mauerwerk als Kerndämmung, bei Altbauten mit denkmalgeschützter Fassade oder Fachwerk auch durch eine Innendämmung.

 

Als Schutz vor Witterungseinflüssen dient die Außenhaut der Konstruktion. Sie muss den ungehinderten Wasserdampfdurchgang erlauben, andernfalls ist auf der Innenseite eine Dampfsperre anzuordnen. Auf der Innenseite sollte, insbesondere bei Feuchträumen, durch geeignete Materialien, z.B. Putz, eine gewisse Feuchtigkeitsauf- und -abgabe möglich sein, um bei hohem Feuchteanfall Kondenswasserbildung zu vermeiden. Die Dämmschicht muss vor Durchfeuchtung infolge von Wasserdampfdiffusion geschützt werden.

 

Geeignete Dämmstoffe sind:

Altpapierdämmstoffe/Zellulosefaser → Altpapierdämmstoffe, Kalziumsilikatplatten, Hanfdämmstoffe, Hartschaum, Holzfaserdämmstoffe, Mehrschicht-Leichtbauplatten, Mineralfaserdämmstoffe, Perlite, Schafwolledämmstoffe, Schaumglas u.a.m.

 

Typische Wärmedämmfehler und ihre Folgen sind:

  1. ungenügende Wärmedämmung (innenseitige Kondenswasserbildung, die zur Schimmelbildung führen kann)

  2. innenseitige Lage einer dampfundurchlässigen Schicht (allmähliche Durchfeuchtung der Wärme-dämm­schicht, Verlust der Wärmedämmfähigkeit, innenseitige Kondenswasserbildung, ggf. Risse in der unge­dämmten Konstruktion)

  3. dampfundurchlässige Außenhaut ohne Hinterlüftung bzw. ohne innenseitige Dampfsperre (Kondens-was­serbildung innerhalb der Konstruktion, Durchfeuchtung der Wärmedämmung, feuchte Wände, Schim­melbildung)

  4. Wärmebrücken (dunkle Flecken und Streifen an Wand und Decke, später Durchfeuchtung, Schimmelbildung)

  5. unzureichende Feuchtigkeitsaufnahme in Feuchträumen (bei hohem Wasserdampfanfall Kondens-wasserniederschlag auf den Wand- und Deckeninnenseiten)

Zur Vermeidung von Bauschäden sind die Mindestanforderungen der DIN 4108 unbedingt einzuhalten. Angesichts steigender Energiepreise ist inzwischen sogar eine 30 cm dicke Außendämmung sinnvoll.

 

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