Wärmeerzeuger
für Zentralheizungsanlagen
Grundlagen
In
den letzten 25 Jahren sind erhebliche konstruktive Änderungen
und Neuerungen an Wärmeerzeugern vorgenommen worden.
Insbesondere Wirtschaftlichkeit und Emissionsverhalten hängen
wesentlich vom technischen Stand der Wärmeerzeuger in einem
Heizungssystem ab.
Im Wärmeerzeuger wird die Energie des
verwendeten Brennstoffes durch den Verbrennungsvorgang in Wärme
umgewandelt und über einen Wärmeaustauscher an das zu
erwärmende Medium (meist Wasser oder Luft) übertragen.
Dabei müssen Wärmeerzeuger und Brenner optimal aufeinander
abgestimmt sein, damit die Heizungsanlage Heizkosten sparend und
schadstoffarm arbeitet.
Gemäß der
Energieeinsparverordnung (EnEV) kennzeichnet der
Jahres-Endenergiebedarf die Energiemenge, die zur Deckung des
Jahres-Heizenergiebedarfes und des Jahres-Warmwasser-Wärmebedarfes,
inklusive der dabei anfallenden Verluste, für ein Gebäude
benötigt wird. Unter Berücksichtigung weiterer Normen wird
dann die benötigte Heizkesselleistung ermittelt.
Niedertemperaturtechnik
/ Brennwerttechnik
Die
herkömmliche Technik hat sich in den letzten Jahren enorm
weiterentwickelt. Die Geräte sind viel sparsamer, sauberer und
kleiner geworden.
Aufgrund ihrer hohen Sicherheitsstandards, der
geräuscharmen Betriebsweise und des modernen Designs können
sie fast überall im Haus installiert werden. Die
Energieausnutzung und die Schadstoffminimierung haben einen Stand
erreicht, der noch vor wenigen Jahren nicht erreichbar schien. Der
Austausch eines "alten" Heizgerätes, z. B. gegen ein
modernes Niedertemperaturgerät oder Brennwertgerät, ist
somit eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung. Gleichzeitig werden
aber auch die Betriebskosten z. T. drastisch gesenkt . und so spart
der Betreiber bares Geld.
Nutzungsgrad
(Normnutzungsgrad)
eines
Heizkessels gibt an, welcher Teil der eingesetzten Energie
als nutzbare Wärme für das Heizsystem, in einer bestimmten
Periode, zur Verfügung steht.
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Ältere Heizkessel haben häufig einen Nutzungsgrad von ca.
63
% (bezogen auf den Brennwert (Hs)
des Energieträgers) oder weniger, d.h. ein großer Teil der
eingesetzten Energie steht infolge von Abgas-, Abstrahlungs- und
Stillstandsverlusten dem Heizungssystem nicht zur Verfügung.
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Bei modernen Niedertemperatur-Heizgeräten wird bereits eine
Energieausnutzung von ca. 87 % bei Öl-Heizgeräten, ca. 84 %
bei Gas-Heizgeräten (bezogen auf den Brennwert (Hs))
erreicht. Zum Vergleich erreichen Dieselmotoren aber nur einen
Wirkungsgrad von ca. 45 %.
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Dagegen nutzen moderne Brennwertsysteme u.a. zusätzlich auch
noch die Abgaswärme und steigern den Nutzungsgrad der
Heizungsanlage auf nahezu 100 % (bezogen auf den Brennwert (Hs)).
Abgasverlust
gibt
an, wie viel Wärmeenergie mit den Abgasen durch die Abgasanlage
(Schornstein oder Abgasleitung) entweicht. Die zulässigen
Höchstwerte sind in der Bundes-Immissionsschutz-Verordnung
(BImSchV) festgelegt. In Anlagen mit einer Nennleistung von über
4 kW wird die Einhaltung der Grenzwerte vom Schornsteinfeger
überprüft. Der Abgasverlust stellt nur einen Teil der
gesamten Verluste dar.
Abstrahlungsverluste
/ Verteilungsverluste
sind
Wärmeverluste in einer Heizungsanlage, die infolge schlechter
Wärmedämmung des Heizkessels und des Rohrleitungssystems,
durch direkte Wärmeabgabe an die Umgebung (z.B. Keller),
entstehen. Moderne Kessel sind in der Regel gut wärmegedämmt
und weisen nur geringe Abstrahlungsverluste auf. Rohrleitungen
hingegen solltenentsprechend den Vorgaben der
Energieeinsparverordnung (EnEV), gedämmt werden.
Stillstandsverluste
oder
auch Bereitschaftsverluste genannt, sind Wärmeverluste einer
Feuerungsanlage, die das Heizgerät während des
Brennerstillstandes, in denen keine Wärme abgefordert wird,
ungenutzt an die Umgebung abgibt. Bei modernen und gut gedämmten
Heizgeräten sind diese Verluste sehr gering. Sie werden durch
die exakte Dimensionierung der Heizkesselanlage und einer guten
Regelungstechnik minimiert.
Energieverlust eines Heizungssystems
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| In der schematischen Schnittzeichnung durch einen Wärmeerzeuger, sind die Energie-Verluste über das Abgas-, das Rohrleitungssystem und die Oberflächen- und
Auskühlverluste der Heizgeräte dasgestellt. |
Heizwert
(Hi)
Der
Heizwert eines Brennstoffes ist die Wärmemenge, die bei der
vollständigen Verbrennung mit Luft freigesetzt wird. Die dabei
entstehende Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme liegt im
dampfförmigen Aggregatzustand vor und wird gemeinsam mit den
heißen Abgasen, über den Schornsteinoder dem
Abgasleitungssystem, nach außen abgeführt. Die im Abgas
und Wasserdampf enthaltende Wärme wird somit nicht
genutzt.
Brennwert
(Hs)
Der
Brennwert eines Brennstoffes ist die Wärmemenge, die bei
der vollständigen Verbrennung freigesetzt wird. Die dabei
entstehende Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme liegt im
dampfförmigen Aggregatzustand vor und wird im Wärmeaustauscher
und oder in Luft-Abgas-Systemen eines Brennwertger ätes
kondensiert. Somit wird die im Abgas enthaltende Wärme (fühlbare
Wärme) sowie auch die bei der Kondensation des Wasserdampfes
freigesetzte Kondensationswärme (latente Wärme) zusätzlich
durch die Brennwerttechnik ausgenutzt.
Der
Brennwerteffekt soll nunmehr an einem einfachen Beispiel verdeutlicht
werden.
Ein mit Wasser gefüllter Topf wird auf dem Herd erwärmt,
bis das Wasser eine Temperatur von ca. 100 °C erreicht hat und
kocht. Wird nun weiter Wärme zugeführt, so bleibt die
Temperatur des Wassers konstant bei ca. 100 °C und die zugeführte
Wärme entweicht in Form von Wasserdampf. Wenn nunmehr dieser
Wasserdampf kondensiert, wird die im Wasserdampf gespeicherte Wärme
als Kondensationswärme wieder abgegeben.
Um in einem Heizgerät
die Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes zu erreichen,
muss das Abgas soweit abgekühlt werden, bis der Wasserdampf in
Form von Wassertröpfchen (Änderung des Aggregatzustandes
von dampfförmig zu Wasser) auskondensiert ist. Der Taupunkt ist
also die Temperatur, bei der sich der Aggregatzustand von Dampf zu
Wasser ändert.
Die Taupunkttemperatur ist abhängig vom
Wasserstoffgehalt des Brennstoffes, der Luftfeuchtigkeit sowie von
der Menge der zugeführten Verbrennungsluft. Bei Heizöl EL
liegt der Taupunkt bei ungefähr 47 °C. Mit der
Brennwerttechnik spart man intelligent Energie und Kosten bei
gleichzeitigem Schutz der Umwelt. Sowohl für den Betrieb mit
Heizöl als auch für den Betrieb mit Erd- und Flüssiggas
wird diese moderne Technik angeboten.
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Zusammenhang Heizwert – Brennwert
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Die im Wasserdampf und in den Abgasen enthaltende Wärme wird bei Brennwertgeräten
zusätzlich genutzt und der Heizungsanlage zugeführt.
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Wie schon ausgeführt,
nutzen also Brennwertgeräte nicht nur die im Abgas enthaltene
"sensible" (fühlbare), sondern auch die "latente"
(versteckte) Wärme aus. Diese Energie ist zum einen in dem beim
Verbrennungsprozess entstandenen Wasserdampf
und zum anderen im Abgas enthalten. Bei herkömmlichen
Heizgeräten (Niedertemperaturtechnik) wird diese Energiemenge
über den Schornstein oder über die Abgasleitung ungenutzt
an die Umwelt abgegeben. In einem Brennwertgerät hingegen wird
die Abgaswärme und auch zu einem großen Teil die im Abgas
gebundene Kondensationswärme genutzt. Diese Wärmemenge
steht somit im Vergleich zur Niedertemperatur-Technik zusätzlich
zur Verfügung. Geringer Energieeinsatz, höchste Effizienz
und die ökologischeBetriebsweise runden das positive Image der
Brennwerttechnik ab.