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Wasserversorgung und -installation

 

Eine Grundvoraussetzung für gesundes Wohnen bildet eine einwandfreie technische und hygienische Ausführung der Trinkwasserversorgung und Entwässerungsanlage. Sie bestimmen nicht zuletzt den dauerhaften Gebrauchswert des Hauses und sollten daher mit Blick auf die fortschreitende technische Entwicklung sowie steigende Ansprüche an Hygiene und Nutzungskomfort geplant werden. Fehler und Versäumnisse sind später meist nur schwer oder mit beträchtlichem Aufwand zu beseitigen.

 

Die Wasserversorgung erfolgt als zentrale Wasserversorgung über einen Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz oder als Hauswasserversorgung mit eigenem Brunnen.

Regen → Regenwassernutzungsanlagen und Grauwassernutzungsanlagen sind umweltfreundliche Maßnahmen zur Senkung des Wasserverbrauchs.

 

Die Wasserleitungen werden als Verteilungs-, Steig- und Abzweigleitungen mit Entleerungs- und Absperrventilen verlegt. Steigleitungen erhalten oberhalb der höchsten Entnahmestelle einen Rohrbe- und -entlüfter mit Ablauftrichter. Die Abzweige der Etagenleitungen müssen mindestens 1,10 m über Oberkante Fußboden liegen, jedoch mindestens 30 cm über dem höchsten Wasserspiegel der Objekte. Jede Zweigleitung sollte absperrbar sein. Die Verlegung erfolgt gradlinig, parallel zu Decken und Wänden, mit Rohrhalterungen je nach Durchmesser, ggf. mit Schalldämmeinlage. Bei Unterputzverlegung sind Schutzbinden oder Ummantelung gegen aggressive Stoffe erforderlich. Zum Schutz vor Verunreinigungen erhalten die Rohrbe- und -entlüfter der Steigleitungen einen Ablauftrichter. Hinter dem Wasserzähler und dem Warmwasserbereiter müssen Rückflussverhinderer eingebaut werden. Waschmaschinen und Geschirrspüler dürfen nur über offenen Auslauf und mit Rohrbelüfter an Trinkwasserleitungen angeschlossen werden, WC-Becken nur über einen Spülkasten oder eine Druckspülarmatur. Keine Leitungen an oder in Außenwänden verlegen! Achten Sie bei frostgefährdeten Leitungen in ungeheizten Räumen auf frostgeschützte Verlegung und planen Sie Absperr- und Entleerungsvorrichtungen, ggf. Frostschutzwächter oder eine Rohrbegleitheizung ein!

 

Rationalisierungsbestrebungen führten auch im Sanitärbereich zu teilweise oder komplett vorgefertigten Produkten für die Wasserinstallation: z.B. vorgefertigte Rohrregister mit allen erforderlichen Anschlüssen, Installationsblöcke mit integrierten Spülkästen und allem notwendigen Zubehör, elementierte Sanitärzellen einschl. Verrohrung und kompletter Ausstattung, ferner Installationswände mit integrierten Tragständern und Traversen für die Befestigung der Sanitärobjekte.

Vorwandinstallation erspart Stemm- und Putzarbeiten.

Bei unzureichendem Netzdruck ist eine Druckerhöhungsanlage vorzusehen. 

Bild_01.jpg

Traggerüste für Vorwandinstallation


Wasseraufbereitung
Wasseraufbereitung verhindert Korrosion, Verkalkung, Schlammbildung und Verkrustung der Rohrleitungen und hält die sanitären und heiztechnischen Anlagen funktionstüchtig. Normalerweise bildet sich innerhalb der Leitungen eine Schutzschicht aus Härtebildnern, z.B. Kalk, die eine Korrosion metallischer Leitungen verhindert. Neue Leitungen, bei denen sich diese Schutzschicht erst bilden muss, sind besonders korrosionsanfällig. Zu große Mengen dieser Härtebildner können jedoch die Rohrleitungen verstopfen. Unerwünschte und schädliche Inhaltsstoffe des Trinkwassers wie Schmutz, Kalk, aggressive Kohlensäure und Nitrat sollten durch entsprechende Geräte entfernt werden.
 

Wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte, wie die technische Notwendigkeit einer Wasseraufbereitungsanlage, sollten mit einem Fachmann geklärt werden. Der Einsatz der Geräte und Mittel zur Wasseraufbereitung richtet sich nach den örtlichen Wasserverhältnissen. In Frage kommen:

  1. Dosiergeräte oder -pumpen, die dem Wasser Chemikalien beigeben, um z.B. eine künstliche Schutzschichtbildung einzuleiten oder – bei zu hohem Kohlensäuregehalt – eine chemische Stabilisierung zu erreichen.

  2. Schmutzfilter hinter dem Wasserzähler verhindern das Eindringen von Schmutz, der ggf. durch Rohrbrüche oder bei Reparaturen ins Rohrnetz gelangt, zu Störungen in Regelarmaturen und Pumpen führt, die Bildung der Schutzschicht hemmt und die Korrosion (Lochfraß) begünstigt.

  3. Wasserenthärtungsanlagen beugen unerwünschten Kalkausscheidungen in Rohrleitungen und Haushaltsgeräten vor.

  4. Nitratentfernungsanlagen mindern den Nitratgehalt. Zum Schutz gegen Legionellen kann durch ein thermostatisches Ventil, in Kombination mit einem Regelmodul, eine thermische Desinfektion erfolgen.

Abwasserinstallation

Schmutz- und Regenwasser aus dem Gebäude wird zunächst auf dem Grundstück über Grundleitungen, Abflussrohre sowie Dachrinnen, Regenfallrohre, Dachabläufe und Bodenabläufe und Entwässerungsrinnen gesammelt.

Die ordnungsgemäße Ableitung von Schmutz- und Regenwasser von Grundstücken erfolgt über das Rohrnetz der kommunalen Entwässerung oder ein privates, örtliches Entwässerungssystem, bzw. eine Kleinkläranlage, ggf. auch eine Pflanzenkläranlage.

 

Geruchverschlüsse verhindern das Entweichen von Kanalgasen in die Räume. Für jede Ablaufstelle ist ein Geruchverschluss vorzusehen, zusätzlich im Keller ein Sammelgeruchverschluss und ein Rückstauschutz gegen Kellerüberschwemmungen. Eine Kellerentwässerungspumpe sorgt für die automatische Entwässerung, wenn Wasser in den Keller eindringt.

Abwässer aus tiefer liegenden Räumen (unterhalb der Rückstauebene) müssen durch eine Abwasserhebeanlage bis über die Rückstauebene angehoben werden.

 

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